
Die gesamte
Hautoberfläche bedeckt beim Erwachsenen eine Fläche von 2 qm.
Die Haut erfüllt nicht nur eine umfassende Schutz- und Sinnesfunktion für
den Körper sondern sie nimmt auch an seinem Stoffwechsel und seiner
allgemeinen Wärmeregulation teil.

Das
Hautorgan erfüllt verschiedene lebensnotwendige Aufgaben für den Organismus.
Schon die sogenannten abgestorbenen Zellen der obersten Hautschicht, der Hornschicht,
bilden ein hochdifferenziertes physikochemisches Speicher-und Barrieresystem, das
Wasserverlust verhindert und die Speicherung und Aufnahme von überwiegend fettlöslichen
Stoffen zulässt. Ohne diese Hornschicht wäre der Mensch nicht lebensfähig, da er täglich
etwa 20 Liter Wasser verlieren würde.

Geht
das Zusammenspiel des Hornzellenverbandes durch anlage-bedingte Störungen oder
schädigende Einwirkungen von aussen verloren, entstehen Hautschäden (Austrocknung)
und Haut-Krankheiten (Ekzeme).

Die
Haut reguliert wesentlich unseren Wärmehaushalt. Bei mittlerer Temperatur übernimmt die Haut ca. 90%,
die Atmung ca. 10% der Wärmeabgabe des Organismus. Wird diese Wärmeabgabe über die Haut behindert,
etwa durch luftdichte Kleidung, entsteht ein allgemeiner Hitzestau im Körper. Die Haut bildet einen
natürlichen Sonnenschirm. Hornzellen wie auch die unter Sonnenlicht einsetzende
Pigmentierung (Bräunung) bilden einen natürlichen Lichtschutzfilter.

Verschiedenste
Mikroorganismen im Zusammenspiel mit dem natürlichen Wasser-, Lipid- und
Säure-Mantel machen die Haut zu einem immunologisch wirksamen Schutzorgan. Bei einigen
Hautkrankheiten wie der Neurodermitis ist das Gleichgewicht der Mikroorganismen auf der
Haut gestört, auf den Ekzemstellen sammeln sich pathogene (krankmachende) Bakterien
wie Staphylococcus aureus.

Die
meisten Hautfunktionen, wahrscheinlich alle unterliegen rhythmischen periodischen
Aktivitätsschwankungen. Dadurch wird nicht nur der Energiehaushalt optimiert sondern auch die
Anpassung an Umweltbedingungen stabilisiert. Die Haut erneuert sich im Zyklus von 39 Tagen, das
heisst in dieser Zeitspanne werden alle Hautzellen durch neue Zellen ersetzt. Bei der
physiologischen Hornzellenablösung, der unsichtbaren Schuppung, werden jeden Tag zwischen
0,5 und 2 Gramm Hornschichtmaterial an die Umwelt abgegeben.